Sonntag, 14. August 2016

Sternendecke

Hallo ihr Lieben!

Manchmal braucht man keine Inspiration für ein Projekt. Manchmal ergibt es sich einfach so... Da wird jemand im Bekanntenkreis schwanger und man überlegt sich, womit man der werdenden Mutter denn eine Freude machen könnte.

Da man das Geschlecht ja im Zweifelsfall gar nicht erfährt, habe ich mich für den Anfang für eine Sternendecke aus einem schönen bunten Bobbel entschieden, der sowohl zu einem Jungen, als auch zu einem Mädchen passt, wie ich finde.


Während ich im Urlaub war, hab ich angefangen und bin schon ein gutes Stück weit gekommen. Gott sei Dank habe ich noch bis Dezember/Januar Zeit dafür. Wer weiß, was mir noch alles einfällt, um der Mutter eine Freude zu machen. Falls ihr Ideen habt, lasst mich dran teilhaben. Ich bin immer noch auf der Suche :)

Hier ein paar Bilder meiner Fortschritte. Das Garn ist der Monatsbobbel März aus der Garnstube und ist 3-fädig 1050m lang. Am liebsten nehme ich für 3-fädige Garne Nadelstärke 3,5, weil dadurch ein lockeres, aber nicht zu löchriges Maschenbild entsteht Ich weiß nur nicht, was passiert, wenn die Decke zu klein wird, da ich damals leider nur einen Bobbel bestellt habe :(


Falls ihr noch kreative Ideen habt, was man zur Geburt schönes häkeln kann, dann lasst mir doch einen Kommentar da oder schreibt eine Email an wollesieben.blog@gmail.com. Ich würde mich freuen.

Wollige Grüße!
Traumtänzerin

Projekt Sternendecke

Hallo ihr Lieben!

Manchmal braucht man keine Inspiration für ein Projekt. Manchmal ergibt es sich einfach so... Da wird jemand im Bekanntenkreis schwanger und man überlegt sich, womit man der werdenden Mutter denn eine Freude machen könnte.

Da man das Geschlecht ja im Zweifelsfall gar nicht erfährt, habe ich mich für den Anfang für eine Sternendecke aus einem schönen bunten Bobbel entschieden, der sowohl zu einem Jungen, als auch zu einem Mädchen passt, wie ich finde.


Während ich im Urlaub war, hab ich angefangen und bin schon ein gutes Stück weit gekommen. Gott sei Dank habe ich noch bis Dezember/Januar Zeit dafür. Wer weiß, was mir noch alles einfällt, um der Mutter eine Freude zu machen. Falls ihr Ideen habt, lasst mich dran teilhaben. Ich bin immer noch auf der Suche :)

Hier ein paar Bilder meiner Fortschritte. Das Garn ist der Monatsbobbel März aus der Garnstube und ist 3-fädig 1050m lang. Am liebsten nehme ich für 3-fädige Garne Nadelstärke 3,5, weil dadurch ein lockeres, aber nicht zu löchriges Maschenbild entsteht Ich weiß nur nicht, was passiert, wenn die Decke zu klein wird, da ich damals leider nur einen Bobbel bestellt habe :(


Falls ihr noch kreative Ideen habt, was man zur Geburt schönes häkeln kann, dann lasst mir doch einen Kommentar da oder schreibt eine Email an wollesieben.blog@gmail.com. Ich würde mich freuen.

Wollige Grüße!
Traumtänzerin

Kleiner Drache Günther

Hallo zusammen!

Schon vor ein paar Wochen erreichte mich die Bitte meiner besten Freundin, ob ich nicht einen kleinen Drachen für sie häkeln könnte. Ansich kein Problem, aber der sollte wirklich so richtig klein werden. So klein, dass er locker auf die Handfläche eines Menschen passt. Bis jetzt habe ich noch nie soein kleines Amigurumi gemacht und ich weiß nicht, ob ich mir das jemals wieder antun werde. Es war insgesamt schon sehr anstrengend.

Die Anleitung habe ich aus dem Buch "Fabelhafte Wollowbies", welches ihr unter anderem HIER bestellen könnt. Das Material ist Filetgarn, welches ich doppelt genommen habe, um mir nicht ganz die Finger abzubrechen.

Günther ist insgesamt sehr knuffig geworden und bereitet seinem neuen Besitzer auch extrem viel Freude, jedoch war der Prozess der Fertigung wirklich nervenaufreibend. Die Anleitungen in dem Buch sind alle ziemlich gut, wenn es darum geht, wie die einzelnen Teile gehäkelt werden. Leider fehlt aber eine genauere Anleitung oder Abbildung des fertigen "Produkts", sodass man schon ein wenig raten muss, wie man es am besten zusammennäht, damit es am Ende aussieht wie auf den Bildern. Mich ärgert sowas immer ein wenig, da man sich solche Bücher ja nicht kauft, weil man einen Haufen Einzelteile irgendwie zusammensetzen will, sondern weil man die Ergebnisse genau so möchte, wie sie abgebildet sind. Vor allem für Menschen die etwas weniger gutes Vorstellungsvermögen haben, wird es ohne genaue Anweisung oder Bebilderung wirklich schwer.

Ich will euch aber mein Endergebnis nicht vorenthalten. Hier also der fertige Günther von Drachenfels! :)











Falls jemand von euch auch nach der Anleitung gehäkelt hat, freue ich mich über Feedback, wie es euch mit dieser Anleitung ergangen ist und natürlich auch über Fotos eurer fertigen Werke.

Wollige Grüße!
Eure Traumtänzerin



Lange nichts gehört

Hallo ihr Lieben! :)

Ihr mögt euch vielleicht schon gewundert haben, warum es in letzter Zeit so still war. Wer meine Facebookseite verfolgt, wird es mitbekommen haben. Jobtechnisch hat sich bei mir einiges verändert und die Zeit wird dadurch leider nicht mehr.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Job und investiere meine Zeit dort sehr gern, aber manchmal wünsche ich mir, dass mehr Zeit fürs Häkeln bliebe.

Nichtsdestotrotz habe ich einiges in Angriff genommen in der letzten Zeit. Manches ist noch nicht ganz fertig, anderes schon. In den nächsten Tagen und Wochen werden sicherlich wieder einige Posts folgen. Ich hoffe, ihr habt weiterhin Freude daran.

Wollige Grüße!
Eure Traumtänzerin

Sonntag, 24. April 2016

Ordnung ist das halbe Leben

Wie schon im vorigen Post geschrieben, liegen hier momentan diverse Großprojekte, die zwar stetig wachsen, aber noch nicht wirklich präsentationswürdig sind. Was aber definitiv nicht schläft, ist meine Suche nach schönen und nützlichen Dingen, die mir meine Arbeit erleichtern und/oder mir helfen, mich zu organisieren.

Als ich mich das letze Mal durch den Aldi-Prospekt gelesen habe, fiel mir das Kleinteilemagazin ins Auge. Der Preis schien mir im Vergleich zu ähnlichen Baumarktartikeln sehr in Ordnung, also wurde eines mitgebracht. Bis jetzt fristeten Sicherheitsaugen und Co ihr Dasein in mehr oder weniger strukurierten Setzkästen. Da mir einer davon letztens runtergefallen und kaputtgegangen war, brauchte ich eh irgendeine Form von Ersatz. Am besten alles unter einem "Dach". Die vielen kleinen Kisten begannen mich nämlich auch zu nerven. Außerdem musste man immer erst überlegen, wo jetzt genau das ist, was man braucht...

Aber gesagt - getan... Es wurde vorher erwähntes Magazin angeschafft und dann ging es ans Sortieren. Da ich mir vor einiger Zeit auch ein Labelgerät zugelegt hatte, wurde gleich jede Schublade passend beschriftet. Man will ja nicht gleich am Anfang Unordnung aufkommen lassen.

Nach einigen Stunden des Beschriftens, Ein- und Umräumens (ja, das dauert wirklich so lange, wenn man so anspruchsvoll ist, wie ich es bin) war ich dann endlich fertig und möchte euch hier nun meinen neuesten Helfer vorstellen. Bei den Kategorien habe ich mich hauptsächlich an dem orientiert, was eben da war und untergebracht werden musste. Für meine ganzen Sicherheitsaugen habe ich teilweise nicht wirklich Bezeichnungen gefunden. Deswegen heißen sie dann auch "Comicaugen" 1 bis 9... :D  Ich weiß zumindest ungefähr, was sich in der Schublade verbirgt.

Ein großer Vorteil an diesem Kasten ist, dass man die Schubladen mit kleinen Trennelementen in bis zu 3 Fächer teilen kann. So kann man zum Beispiel ganz leicht auch die Verschlüsse für die Sicherheitsaugen in der gleichen Schublade unterbringen (es sei denn, es sind zu viele...). Oder aber man hat von einer Sorte nur wenige und hat dann nicht eine halbleere Schublade. Man muss nur zusehen, dass man genug Platz für die Beschriftung hat *g*

Einen weiteren Vorteil hat diese Anschaffung auch noch. Wenn man jemanden im Haushalt hat, den rumliegende Häkelutensilien stören und der die Sachen dann auch wegräumt, dann landen sie zumindest da, wo sie hingehören bzw. wo man sie ggf. wiederfinden könnte. Ihr ahnt gar nicht, in welchen meiner Kistchen ich schon Zeug gefunden habe, das da nicht hingehörte. Vor allem hatte ich das da definitiv nicht hingetan...

Also Mädels... am Montag ab in den Baumarkt :)
Wollige Grüße
Eure Traumtänzerin

PS: Welche Helferlein verwendet ihr denn so? Habt ihr Gegenstände zweckentfremdet? Schreibt gern in die Kommentare!

Montag, 11. April 2016

Neues Gadget - Der Wollabwickler

Nachdem ich momentan mehrere größere Projekte laufen habe und euch nicht so viel präsentieren kann, möchte ich euch an dieser Stelle mal wieder ein, wie ich finde, tolles Produkt vorstellen.
Ich war vor ein paar Wochen mit einem Freund auf der Handmade-Messe um mal zu sehen, was auf dem Markt grade so angeboten wird. Man möchte ja auf dem Laufenden bleiben und sehen, was andere so machen.
Da ich momentan sehr viel mit Baumwolle (Amigurumis) und Farbverlaufsgarn (Tücher, Schals) arbeite, waren Sockengarn und Co für mich eher uninteressant. Natürlich kann man auch aus Sockengarn Tücher häkeln, aber das ist jetzt nicht so wirklich meines. Außerdem vertrage ich keine Wolle auf der Haut. Egal ob Schur-, Merino- oder Alpakawolle. Viele können das nicht verstehen, aber es ist leider so. Manchmal ärgere ich mich selbst sehr darüber, weil es die eigenen Möglichkeiten so sehr einschränkt. Und dadurch fielen auf dieser Messe leider schon einige Aussteller weg, wobei ich mir natürlich trotzdem alles angeschaut habe. Man will ja nichts verpassen!

Beim Stöbern durch die Reihen fiel mir auf, dass das Häkeln doch noch recht wenig vertreten war. Es wurden vor allem gestrickte Tücher und Kleidungsstücke gezeigt und Anleitungen dafür verkauft. Somit gab es da für mich leider auch nicht viel zu holen. Vielleicht sollte ich mir bis zum nächsten Jahr überlegen, ob ich mich nicht mit ein paar anderen Gleichgesinnten aus der Region zusammentue und man dann gemeinsam einen Stand mit Häkelsachen auf die Beine stellt.

Als ich schon fast durch war, blieb ich an einem Stand stehen und guckte über die Berge von Wolle auf einen Tisch. Da stand etwas, was ich aufgrund von Bildern in Facebookgruppen, als Wollabwickler identifizierte. Ich war schon länger am Überlegen, ob ich mir eben so ein "Gerät" oder aber auch eine Garnschale zulegen sollte, da vor allem die Bobbel etwas schwierig abzuwickeln sind, wenn man sie von außen nach innen verarbeitet. Entweder muss man gleich ein paar Meter auf Vorrat abwickeln und produziert dadurch immer wieder Fadenchaos und Knoten, oder man muss immer wieder die Arbeit unterbrechen und abwickeln, was einen total aus dem Konzept bringt, wie ich finde. Ich habe mich also entschieden, so ein Gerät mitzunehmen. Bezahlt habe ich 15€, was ich sehr günstig finde. Da muss man in vielen Onlineshops fast das Doppelte hinlegen. Da dieses Exemplar aber hobbymäßig von einem netten Rentner hergestellt wurde, war es sicherlich auch nicht so absolut perfekt und verziert wie die "industriell" hergestellten, aber der Zweck wird auf jeden Fall erfüllt.

Bevor ich den Wickler in Betrieb genommen habe, wurde das Holz nochmal mit feinem Schleifpapier bearbeitet, um auch noch die kleinsten Ecken, an denen etwas hätte hängenbleiben können, zu beseitigen und danach nochmal geölt, damit die Oberfläche schön samtig und glatt wurde. Außerdem riecht das Holz dann total gut :)
 Um den Wickler noch leichtgängiger zu machen, habe ich zwischen Ober- und Unterteil noch eine Unterlegscheibe platziert. Ein sehr effektiver kleiner Trick. Jetzt brauche ich nichtmal mehr wirklich am Faden zu ziehen und der Wickler läuft nahezu geräusch- und mühelos. Wie man auf dem Bild sieht, haben auch große Bobbel (1200m, 5-fädig) auf der Fläche Platz und können so locker bearbeitet werden. Insgesamt bin ich auf jeden Fall sehr sehr zufrieden. Wer die Möglichkeit hat, sich so ein Teil halbwegs günstig zu besorgen... tut es! Kein Stress mehr beim Abwickeln, keine rumspringende Wolle mehr! Absolut empfehlenswert!

Liebe Grüße
Eure Traumtänzerin

Donnerstag, 3. März 2016

Häkelst du mir mal eben schnell was?

 Oder - Warum auch Handarbeit einen Preis hat!

 

Da in letzter Zeit immer wieder Leute fragen, ob ich meine Häkeltierchen verkaufe oder was es kosten würde, WENN man sowas kaufen wollte, fühlte ich mich bemüßigt, doch mal einen ganzen Artikel dazu zu verfassen. Ich hatte ja schonmal angesprochen, dass viele total erstaunt sind wie viel Zeit und auch Geld in einem Tuch, einem Amigurumi oder einer Mütze steckt. Da kommt dann auch schonmal die Aussage "Was?!? So viel willst du dafür haben? Das krieg ich ja im Laden viel günstiger."
Selbstgemacht ist also weniger wert, als in irgendeiner Fabrik unter ominösen Bedingungen, aus irgendeinem beliebigen Material hergestellte Ware? Na dann... Da kann ich aber auch nicht mehr helfen.

Wie ihr schon wisst, verfolge ich auch in diversen Foren, Gruppen und sozialen Netzwerken die Diskussionen und auch dort sind solche Situationen nicht unbekannt. Viele fragen sich, ob sie eine Aufwandsentschädigung nehmen sollen, wenn sie etwas im Auftrag für Freunde oder Bekannte machen. Wenn man sich mal umhört, dann fallen immer wieder die gleichen Sätze...
  • „Stundenlohn darf man sich da gar nicht ausrechnen, das wäre unrealistisch“                            
  • „Man macht das ja nicht um reich zu werden“                                                                               
  • „Das ist doch nur ein Hobby“                                                              
  • „Kann ich doch mal eben schnell machen“                                                
  • „Kalkulieren muss man da nicht, dass rentiert sich sowieso nicht“                
  • „Man macht das doch weil es Spaß macht und aus Liebe, nicht weil man geldgeil ist“ 

Jetzt überlegt euch doch mal, wie oft haben sich eure Bekannten und Freunde hingesetzt und für euch ein paar Stunden Zeit investiert ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Klar gibt es solche Leute, aber die sind wohl eher in der Minderheit. Diesen Menschen schenke ich auch gerne mal was. Jenen, bei denen ich weiß, dass sie für mich da sind, wenn ich sie brauche und dass sie auch ohne mit der Wimper zu zucken Zeit und ggf. auch Geld für mich investieren würden, schenke ich gerne was. Da opfere ich gerne Zeit. Entweder weil es mir Spaß macht, oder weil diese Menschen einfach ganz lieb danach fragen.

Für alle anderen gilt aber, wenn ihr eine Leistung von mir wollt, wo zudem auch noch viel Liebe und Herzblut mit einfließt, dann kostet das Geld. Das ist echt nicht böse gemeint, aber wieso zum Teufel sollte ich Leuten etwas schenken, denen meine Arbeit nichtmal den Mindestlohn wert ist? Das sehe ich irgendwie nicht wirklich ein. Mir geht es ja wirklich nicht ums Geld, sondern um eine gewisse Wertschätzung meiner Arbeit. Wer nicht bereit ist, mir diese entgegenzubringen, der darf sich entweder sein Zeug selber machen oder in ein Geschäft gehen.

Ein Selbstversuch

 


Um nochmal zu verdeutlichen, wie viel Arbeit und Aufwand in einem Projekt steckt, habe ich einen Selbstversuch gestartet. Ich habe bei meinem letzten Projekt mal die Zeit gestoppt und aufgeschrieben, was ich mache und wie viel Zeit ich dafür brauche. Am Ende war ich selbst sehr erstaunt. Teilweise hat man selbst keine Ahnung, was eigentlich alles dazugehört, wofür man Zeit aufwendet. Dabei habe ich manches nicht aufgeführt, weil es in diesem konkreten Fall nicht dazugehört. Es handelt sich bei diesem Projekt nämlich nicht um eine Auftragsarbeit, sondern um ein "just for fun"-Projekt. Was noch dazukommt, wenn man das ganze für jemand anderen macht, werde ich dann hintendran noch auflisten.

Die ARBEITSZEIT für das Projekt "Einhornpegasus" betrug insgesamt 41 Stunden. Schon recht viel, wenn man überlegt, dass es ja "nur" ein Kuscheltier ist.
Die Anzahl der Stunden setzt sich aus den folgenden Einzelschritten zusammen:
  1. Anleitung suchen und beschaffen - Hierfür habe ich 30 Minuten veranschlagt. Natürlich verbringt man deutlich mehr Zeit damit, das Netz nach geeigneten Anleitungen zu durchforsten. Aber dadurch baut sich auch ein gewisser Grundstock auf, aus dem man dann schöpfen kann. Wenn man eine Anleitung kauft, kommt natürlich für den Bestell- und Bezahlprozess noch etwas Zeit obendrauf. Die Zeit, die man dann auf den Versand wartet, hab ich mal weggelassen.
  2.  Material auswählen und beschaffen - Meistens wird in Anleitungen Garn in entsprechenden Farben angegeben, ich arbeite jedoch am liebsten mit bestimmter Wolle und eigenen Farbkombinationen. Im Normalfall habe ich Garn in verschiedenen Farben und Stärken vorrätig, sodass ich mich "nur" entscheiden muss. Wenn man dann aber auch noch in die Stadt fahren und welches kaufen muss, oder online bestellt, braucht das schon gleich nochmal mehr Zeit. Um einen Mittelweg zu finden, habe ich hier mal 2 Stunden berechnet.
  3. Vor- und Nachbereitung - Man braucht immer ein wenig Zeit vor- und hinterher. Sachen zurechtlegen, Garn aufwickeln, Reste aufräumen und so weiter. Da man ja nicht in einem Rutsch durchhäkelt, sondern das alles jeden Tag machen muss (sofern man nicht den Luxus eines Handarbeitszimmers hat, wo man alles rumliegen lassen kann), ist dafür 1 Stunde in die Berechnung eingeflossen.
  4. Häkeln - Die eigentliche "Hauptarbeit"... mag man meinen. Also die reine Häkelarbeit waren in etwa 20 Stunden. Wobei ich da auch schon etwas abgezogen habe, weil ich manchmal nicht ausschließlich häkele, sondern nebenbei noch eine Serie schaue oder sowas. Dann ist man ja hin und wieder abgelenkt. Das könnte man ja im Ernstfall nicht in Rechnung stellen. Wobei allein in der Stille sitzen und häkeln jetzt auch nicht die Erfüllung schlechthin ist.
  5. Zeit für Fehler - Irgendwas ist immer. Man war unaufmerksam und hat sich verzählt, muss ein ziemlich großes Stück wieder aufribbeln und fängt dann wieder an. Oder aber etwas sieht nicht so aus, wie man es gerne gehabt hätte. Dann macht man es eben einfach nochmal. Ich als Perfektionistin brauche da dann doch die eine oder andere Minute mehr. Hier habe ich 4 Stunden gebraucht.
  6. Zusammennähen - Dieser Punkt wird hier extra aufgeführt, da im Unterschied zu Tüchern oder anderen gehäkelten Sachen, viel Zeit dafür draufgeht. Der Pegasus bestand jetzt aus 26 Einzelteilen. Das ist schon recht ordentlich. Da habe ich dann auch glatt mal 5 Stunden dran gesessen.
  7. Details, Fertigstellung - Hier nochmal eben ein Auge aufgestickt, da noch schnell einen Zierknopf angenäht,... Da kommt auch einiges an Zeitaufwand zusammen. Ich habe 5 Stunden angesetzt.
  8. Präsentation - Fotos machen, bearbeiten, einen Blogbeitrag schreiben, die Homepage updaten, Verbreitung in sozialen Medien. Auch das muss gemacht werden. Wer das alles mit einem gewissen Anspruch machen möchte, investiert hier auch nochmal in etwa 3 Stunden
  9. Verpacken und verschicken - Wenn man sein Werk behält, entfällt dieser Punkt natürlich. Aber wenn man keinen großen Aufwand betreibt, reicht dafür eine halbe Stunde. Natürlich je nachdem, wie weit der Weg zur Post ist.
Hier habe ich das alles auch nochmal graphisch aufgearbeitet. Wie man deutlich sehen kann, nimmt das Häkeln nur knapp die Hälfte der Gesamtzeit in Anspruch...
  

Was dann noch dazukäme, wenn man im Kundenauftrag arbeitet, wäre z.B. ein Kundengespräch, in dem erarbeitet wird, was gemacht werden soll, welche Farben, welches Material, welche Kombinationen. Das kann ziemlich schnell gehen, wenn der Kunde schon sehr detaillierte Vorstellungen hat, kann sich aber auch wie Kaugummi ziehen. Jeder von uns hat diese eine Freundin, die sich nie entscheiden kann und für alles ewig braucht.
Am Ende wird es dann natürlich auch nochmal aufwändiger. Man muss eine Rechnung erstellen, das Paket vielleicht etwas ordentlicher und hübscher verpacken, vielleicht ein paar kleine Goodies dazutun. Da ist es dann mit einer halben Stunde nicht getan.

Kassensturz

Wenn man jetzt mal einen Kassensturz macht, dann habe ich bis jetzt 41 Stunden Arbeitszeit in das Produkt gesteckt. Mit einem Mindestlohn (den ja in Deutschland jeder bekommen sollte) von 8,50€/h stünden jetzt 348,5€ auf der Rechnung. Allein für die ARBEITSZEIT!

Dann fehlt noch das MATERIAL... Die Liste ist ansich gar nicht so lang und das ist alles eigentlich auch gar nicht so teuer. 3 Knäul weißes Garn, 1x petrol und 1x lichtgrün. Dazu ein Rest schwarz für die Augen und das silberne Glitzergarn, das ich beim Horn und den Locken für Schweif und Mähne habe mitlaufen lassen. Ich rechne pro Knäul 100% Baumwolle 2€ (inkl. Versand), die verwendeten Reste gehen auf meine Kappe (man ist ja nicht so).
Die Anleitung kostet momentan im Shop bei DaWanda 3,80€. Die kommt dann ja auch noch dazu. Klar, man kann sie mehrfach verwenden, aber anschaffen muss man sie eben erstmal. Die reinen Materialkosten belaufen sich dann also auf 13,80€.

Somit kommt man für Arbeitszeit und Material inzwischen auf 362,30€. Da kann man eigentlich nur mit den Ohren schlackern. Gut, man ist ja kein Unmensch, also rechnen wir als Arbeitszeit mal nur die reinen Produktionsstunden (Häkeln, Nähen, Fertigstellen). Dann käme ich auf 34 x 8,50€ + 13,80 = 319,80€.

Jetzt würde noch einiges an Kleinkram fehlen, wie Stecknadeln, Wollnadeln, Füllwatte, Label... Das alles noch auszurechnen, ist mir aber jetzt wirklich zu mühselig. Außerdem lassen sich die Liebe und das Herzblut, das man reinsteckt, gar nicht mit einem Geldbetrag aufwiegen und beziffern.

Ich denke mal, dass die Message rüberkommt. Selbstgemacht ist teurer als im Geschäft gekauft. Nicht nur wegen der Liebe, der Materialqualität, den "Arbeitsbedingungen", dem persönlichen Engagement... Kaum jemand spricht darüber, wie viel Arbeit in solchen Dingen steckt. Aber wie soll dann irgendjemand wirklich wertschätzen können? Wenn man will, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird, dann muss man auch mal Tacheles reden und den Leuten ganz klar sagen, was alles nötig ist.

Wer nicht bereit ist, einen angemessenen Preis für Handarbeit zu zahlen, der soll es lassen und sich gefälligst nicht aufregen. Wer für seine Arbeit, egal in welchem Bereich, angemessen bezahlt werden möchte, der sollte dies auch anderen zugestehen. Natürlich kann man solche Preise wie ich sie jetzt ausgerechnet habe, nicht verlangen. Das wird auch niemand tun. Diejenigen, die es ehrlich meinen, werden angemessene Preise für ihre Arbeit verlangen.

Ganz liebe Grüße!
Eure Traumtänzerin